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  Gefahrgut - Teil 1
 

Gefahrgutausbildung - ABC-Schutz


 


Ob Flächensuche oder Vertrümmerung, ob Inland- oder Auslandeinsatz, die Gefahr auf gefährliche Güter zu stoßen ist immens hoch!
Gefährliche Stoffe und Güter bergen nicht nur die Gefahr der Eigenverletzung, sondern auch die der Schädigung des “Arbeitsgerätes” Hund. Nicht alle dieser Stoffe sind lebensgefährlich, viele schädigen jedoch das Erbgut - oder zerstören das Geruchsvermögen des Hundes (zum Beispiel) für immer.
In meinem Türkeieinsatz begannen die Behörden ohne Vorwarnung Chlorkalk zu versprühen. Ohne Schutzmaßnahmen wären Nase und Augen unserer Hunde wahrscheinlich für immer zerstört.....




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Professionelles Material

ABC-Schutzausstattung

Als Schutz vor atomarem Fallout, biologischen und chemischen Kampfstoffen dient die persönliche Schutzausstattung. Wesentlicher Bestandteil ist die ABC-Schutzmaske mit Kombinationsfilter.
Die ABC-Schutzmaske M65Z der Firma Dräger schützt aufgrund eines 2,5mm starken Synthese Kautschuks vor den entsprechenden Kampfstoffen. Die totraumvermindernde Innenmaske verhindert gleichzeitig ein Beschlagen der Augengläser.

Im Katastrophenschutz wird der KS80-Filter verwendet. Dieser ist ein sogenannter A2B2P3-Filter mit Zusatzausstattung. Damit schützt er vor allen bekannten Kampfstoffen, inclusive Biokampfstoffen. (Aussage der Fa. Dräger vom 21.10.2001)



Vollständige persönliche Ausstattung

 
- Gummisicherheitsstiefel
- Stiefelsocken
- Helm
- Maskentasche
- Overgarment (verpackt)
- Dekontaminationssatz (in Tasche)
- Maske mit Filter
- Ersatzfilter
- Handschuhe
- Unterhandschuhe

 

Maskentasche

- Maske
- 2 Filter
- C8-Deko Puder
- Unterhandschuhe
- Handschuhe
- Reinigungstücher
- Jodohrstöpsel
- Dekon-Tücher
- Schmierseife
- Spürpapier
- ABC-Verbandpack

 
 

 
Zum Körperschutz dient der Schutzanzug “Overgarment” der Firma Blücher oder ein Tyvek-Overall der Schutzstufe 3. Oben im Bild, der aus Jacke und Hose bestehende, Overgarment
Dieser Anzug besteht aus Baumwolle und Aktivkohleschichten sowie einer Imprägnierung. Er muß trocken gelagert werden und kann bis zu 5x gewaschen werden, ist aber so gut wie nicht zu dekontaminieren.
 
 


Material, behelfsmässig

 
Wird im Freien, also ungeschützt, eine Gefährdung durch biologische oder chemische Gifte erkannt, sind auch hier zunächst der Bedrohung angemessene Sofortmaßnahmen erforderlich.

Das könnten sein:

 
  • alle Kleideröffnungen schließen und abdichten
  • Handschuhe anziehen
  • sofort feuchtes Tuch vor Mund und Nase halten
  • Schutzumhang so umhängen, daß Kopf und Körper bedeckt sind
  • Wunden luftdicht verschließen
  • unnötige körperliche Anstrengungen vermeiden
  • nur ganz flach durchatmen
  • wenn vorhanden, sofort ABC-Schutzmaske aufsetzen
  • zumindest Kopf durch einen Hut oder eine Plastikeinkaufstüte schützen

Nach diesen ersten Sofortmaßnahmen ist unverzüglich ein Haus oder ein Schutzraum, zumindest aber eine Behelfsunterkunft aufzusuchen. Auch hier gilt, daß vor deren Betreten eventuell verseuchte oder vergiftete Oberbekleidung abzulegen und später zu vernichten ist.


Als Behelfsschutzmittel bei vorübergehendem Aufenthalt im Freien könnten verwendet werden:

Behelfsschutzplane:


Sie soll bei überraschend eintretenden Auswirkungen einer ABC-Katastrophe im Freien kurzfristig Körper und Bekleidung während eines Niederganges radioaktiven Niederschlages oder biologischer bzw. chemischer Giftstoffe behelfsmäßig schützen. Neben den im militärischen Bereich genutzten ABC-Schutzplanen (z.b. bei Mayer-Ausrüstungen erhältlich), könnten aushilfsweise eingesetzt werden:
  • gummierte Autoschutzplanen, Motorrad- oder Fahrradschutzdecken
  • glatte, gummierte Tischdecken, mindestens im Format 140x180cm
  • Plastikfolien, wie sie zur Abdeckung von Silos in der Landwirtschaft genutzt werden
  • grosse, an einer Seite aufgetrennte Plastiktüten, wie sie z.b. zum Transport von Düngetorf Verwendung finden
  • gummierte oder PVC-Duschvorhänge
  • große Garten-Sonnenschirme (nur für wenige Minuten)
  • ein umgedrehtes Plansch- oder Badebecken (aufgeblasen!) aus kräftiger PVC-Folie oder Gummi
  • PVC-beschichtete Zeltbahnen oder Dachzelte
  • ein umgedrehtes Badeboot aus kräftigem Kunststoff oder Gummi
  • eine aufgeblasene Liegematte aus PVC oder gummiertem Stoff
  • ALU-Isoliermatte für Wanderer (190x60cm)
  • Isolierfolie für Dachabdichtungen,
  • Folie zum Abdichten von Zierteichen
  • Teppich mit gummierter Unterseite, die nach außen zu wenden ist

Jede andere, kräftige Folienart oder ausreichend große Gummimatte (sie muß die Körperoberfläche abdecken können) erfüllt ebenso ihren Zweck (großer Gummimantel oder Regenumhang). Benutzt man -mangels der vorgeschlagenen Hilfsmittel- eine dicke Wolldecke, dann schützt diese gegen Tropfen oder flüssigen Kampfstoff höchstens wenige Minuten. Sie ist also unmittelbar nach dem Sprühangriff in Windrichtung rückwärts abzuwerfen.


Behelfsschutzanzug:


Der ABC-Schutzanzug wird dann benötigt, wenn es notwendig sein sollte, sich vorübergehend in einem mit seßhaftem Kampfstoff oder biologischen bzw. strahlenden Teilchen verseuchten Gebiet aufzuhalten. Das könnte erforderlich werden, wenn aus unabwendbaren Gründen der im kontaminierten Bereich liegende Schutzraum verlassen werden muß (löschung eines Brandes, Beschaffung von Getränken oder Lebensmitteln aus benachbarten Häusern, Hilfsmaßnahmen für verletzte Menschen usw.).

Für die kurze Zeit des Aufenthalts in einem solchen Gebiet könnten ersatzweise als ABC-Schutzbekleidung dienen:

Anzug:
  • Sporttaucheranzug,
  • Surfanzug,
  • Motorradbekleidung aus Leder,
  • Ski-Anzug mit dickem Futter und feuchtigkeitsabweisender Oberfläche,
  • Ledermantel mit dickem Pelzfutter,
  • Gummimantel,
  • Anglerhose mit angesetzten Stiefeln und gummierter Jacke
  • Die Ärmel und Hosenbeine sind mit Bindfaden oder Einweck-Gummiringen zu verschließen
Handschuhe:

- Jede Art langstulpiger Gummi- oder PVC-Handschuhe, die über die Ärmel des Behelfsschutzanzuges gezogen werden können,
- im äußersten Notfall können auch pelzgefütterte Lederhandschuhe benutzt werden, über die man Plastiktüten stülpt, die um die Unterarme zugebunden werden.
 
Stiefel:
  • Gummistiefel,
  • hohe Lederstiefel,
  • Reitstiefel aus Gummi oder Leder,
  • Kunststoff-Skistiefel
  • hohe Wanderstiefel mit glattem Leder und Gummisohle,
  • Fallschirmspringerstiefel,
  • Anglerstiefel
Die Schutzwirkung der Stiefel kann dadurch nicht unwesentlich verbessert werden, daß man Plastikeinkaufsbeutel überstülpt und am Bein zusammenbindet.
Ähnliche Kunststoffhüllen gehörten im Zweiten Weltkrieg zur Gasschutzausrüstung der sowjetischen Soldaten.

Kopfbedeckung:
  • Gummibadehaube
  • Plastiktrockenhaube
  • Plastiktüten, durch Einschlagen einer Ecke in Spitzform gebracht, schützen auch den Nackenbereich
  • Lederhüte mit breitem Rand
  • Feuerwehrhelme mit Nackenschutz
  • Stahlhelme
  • Plastik-Schutzhelme



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